Demographischer Wandel, Fachkräftebedarf und Chancengleichheit - Sonderuntersuchung im Rahmen der ESF-/EFRE-Begleitforschung in Niedersachsen, Förderperiode 2007-2013

Im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Bornemann, Holger, Breuer, Anja, Cordes Alexander et al.

Juli 2012

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Weitere Autoren:  Ronald de Jonge, Nebojsa Djordjevic, Talke Flörcken, Regina Frey, Hans-Ulrich Jung, Malte Kähler, Claudia Mahrholz, Matthias Nagel, Magarethe Padysz, Andreas Peter, Ralph Rautenberg, Nina Heinecke

Bis zum Jahr 2030 wird das Erwerbstätigenpotential in Niedersachsen erheblich schrumpfen. Die Zahl der 15- bis unter 25-Jährigen, also die Altersgruppe, die sich im Ausbildungs-, Studien- und Berufseinstiegsalter befindet, wird voraussichtlich um rund 30 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig wird sich Niedersachsen einer verstärkten Verrentungswelle gegenüber sehen, da die geburtenstarken Jahrgänge ein Alter zwischen 60 und 70 Jahren erreicht haben werden und somit unmittelbar vor dem Austritt aus dem Erwerbsleben stehen bzw. diesen dann sogar schon vollzogen haben. Der optimalen Ausschöpfung des zukünftig zur Verfügung stehenden Erwerbspersonenpotentials kommt aus diesem Grund jetzt und in Zukunft eine hohe Bedeutung zu.

Der Wandel in der Arbeitsgesellschaft führt zu tiefgreifenden Veränderungen. Aufgrund des Wandels der Arbeitsgesellschaft hin zum hochqualifizierten Dienstleistungsgewerbe und zum MINT-Bereich (MINT = Mathematik - Informatik - Naturwissenschaften - Technik) ist ein steigender Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften zu beobachten. Gleiches gilt für Berufe im sozialen Bereich und in der Pflege. Das lässt aus Sicht des Evaluatorenteams folgende Schlüsse zu:
Es ist von hoher Bedeutung, dass ein möglichst großer Teil der Jugendlichen mit dem Schulabschluss eine Studienberechtigung erwirbt.
Aufgrund der steigenden Anforderungen in vielen Ausbildungsberufen sind allerdings auch auf dem Ausbildungsstellenmarkt die Jugendlichen mit studienberechtigenden Abschlüssen stark gefragt.

Ein zusätzliches Mobilisierungspotenzial zur Bewältigung der Herausforderungen des demographischen Wandels und des Fachkräftebedarfs hat das Evaluatorenteam bei den folgenden Zielgruppen identifiziert:

- Jugendliche,
- Ältere,
- Frauen sowie
- Migrantinnen und Migranten.

Für diese Zielgruppen wurden im Rahmen der Sonderuntersuchung spezifische Handlungsfelder identifiziert und aus den Erkenntnissen der aktuellen EU-Strukturfondförderung in Niedersachsen jeweils zielgruppenspezifische Schlussfolgerungen abgeleitet.

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