Wirtschaftsstandorte und Arbeitsmarktverflechtungen im südlichen Niedersachsen

Böttcher Fabian, Hans-Ulrich Jung

Hannover, September 2011




Wichtige Voraussetzungen für die Bildung langfristig leistungsfähiger Verwaltungseinheiten der Kreisebene sind neben der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Wirtschaftsstandorte sowohl stärkere innere als auch äußere Arbeitsmarktverflechtungen sowie insgesamt eine möglichst ausgeglichene Arbeitsmarktbilanz. Die vorliegende Kurzstudie für das südliche Niedersachsen beleuchtet deshalb die räumlichen Dimensionierungen der regionalen (Teil-)Arbeitsmärkte auf der Grundlage der Pendlerverflechtungen.
Die Analyse konzentriert sich zum einen auf die sogenannte „Region Südniedersachsen“, die aus den Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode am Harz gebildet wird. Dabei geht es um die Frage der Außenverflechtungen mit den benachbarten Regionen in Niedersachsen, im nördlichen Hessen und südöstlichen Nordrhein-Westfalen sowie mit den angrenzenden Kreisen in den ostdeutschen Ländern Thüringen und Sachsen-Anhalt. In der öffentlichen Diskussion wird vor allem im Hinblick auf den Landkreis Osterode am Harz häufig auch eine Region Harz ins Spiel gebracht, die sich aus den Landkreisen Osterode am Harz und Goslar zusammensetzen sollte. Vor diesem Hintergrund werden in einem weiteren Schritt ergänzend die Verflechtungen zwischen den beiden Landkreisen betrachtet. In der jüngeren Vergangenheit ist auch ein Zusammengehen der Landkreise Northeim und Holzminden, insbesondere wegen ihrer geringen Einwohnerstärke sowie der ungünstigen demographischen Perspektiven ins Auge gefasst worden. In einem dritten Schritt werden entsprechend die Verflechtungen des Landkreises Holzminden mit dem Landkreis Northeim bzw. mit der Region Südniedersachsen unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktbeziehungen mit den übrigen Nachbarregionen betrachtet.
Insgesamt bestätigen die Arbeitsmarktverflechtungen die Zuordnung der Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode am Harz zu einer Region Südniedersachsen. Dies gilt letztlich auch für alle Städte und Gemeinden
(Samtgemeinden) der drei Landkreise. Die Einbindung des Landkreises Holzminden in eine „erweiterte Region Südniedersachsen“ oder auch die Bildung einer separaten „Region Harz“ aus den Landkreisen Goslar und Osterode am Harz sind demgegenüber vor dem Hintergrund der Arbeitsmarktverflechtungen nicht zu begründen.

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