Regionalmonitoring Niedersachsen - Regionalreport 2005 - Positionierung und Entwicklungstrends ländlicher und städtischer Räume

Gutachten im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Jung Hans-Ulrich, Alexander Skubowius und Hendrik Nee

Hannover, Dezember 2005




Die Regionalisierung der Struktur- bzw. der Landesentwicklungspolitik benötigt ein Monitoringsystem, um die Ausgangssituation der Regionen sowie die Entwicklungstrends, die zu einer Verschärfung oder Abschwächung der regionalen Disparitäten führen, zu erfassen. Das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) besitzt langjährige Erfahrungen in der Analyse regionaler Struktur- und Entwicklungsprozesse, u.a. dokumentiert in den in mehrjährigem Turnus vorgelegten Regionalberichten. Das Referat Raumordnung und Landesentwicklung hat deshalb das NIW im Herbst 2002 beauftragt, aufbauend auf diesen Erfahrungen und Vorarbeiten ein Regionalmonitoring zur laufenden Beobachtung der regionalen Entwicklung in Niedersachsen aufzubauen. Mit dem vorliegenden Regionareport 2005 wird nach den Bänden 2003 und 2004 die zweite Fortschreibung vorgelegt, die für die wichtigsten Indikatoren der regionalen Entwicklung in den niedersächsischen Stadt- und Landkreisen erstmals eine neue graphische Darstellungsform des Regionalmonitoring enthält und darüber hinaus wiederum Sonderthemen beleuchtet.

Dieses Regionalmonitoring hat die Ziele:

  • das Ausmaß der regionalen Struktur- und Entwicklungsprobleme zu bestimmen, d.h. langfristige und aktuelle Entwicklungstrends in den Kernbereichen der Landesentwicklung zu identifizieren und einen Überblick über die räumliche Vielfalt und Bandbreite der regionalen Entwicklungen in Niedersachsen zu gewinnen,
  • sich anbahnende problematische Entwicklungen in einzelnen Teilräumen und Standorten möglichst frühzeitig zu erkennen und deren Trends zu verfolgen,
  • die häufig überzogene Problemsicht einzelner Regionen zu objektivieren,
  • die Diskussion um die Handlungsnotwendigkeiten in einzelnen Regionen oder in speziellen Politikfeldern auf eine gemeinsame Informationsbasis zu stellen und nicht zuletzt auch
  • die Erfolge im Abbau regionaler Ungleichgewichte zu dokumentieren.

Das Regionalmonitoring ist ein auf Fundierung, Begleitung und Umsetzung angelegtes, permanent verfügbares Informationsinstrument der Politikberatung. Das Informationssystem besteht aus einem Datensatz (aussagekräftiger) regionalwirtschaftlicher Struktur- und Entwicklungsindikatoren in den Bereichen Demographie, Wirtschaft und Beschäftigung, Arbeitsmarkt, Bildung und Qualifikation, Löhne und Einkommen sowie Kommunale Finanzen, die insgesamt den Handlungsrahmen der regionalisierten Strukturpolitik abstecken.

Basis des Regionalmonitoring ist eine Datenbank mit statistischen Grunddaten und Indikatoren, die laufend - d.h. unmittelbar nach Verfügbarkeit der Grunddaten - aktualisiert wird. Dies ermöglicht die Bereitstellung von Tabellen, Karten und Abbildungen nach dem jeweils aktuellsten Stand, die via Internet der internen Nutzung der Staatskanzlei und den übrigen Landesministerien zur Verfügung gestellt werden.

Die Kernergebnisse des Regionalmonitoring werden jährlich in einem Regionalreport der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt, der die aktuellen Entwicklungstrends in den Berichtsbereichen darstellt, auf sich abzeichnende Problemfelder und -regionen hinweist, aber auch Fortschritte und positive Entwicklungen dokumentiert. Die Grundaussagen des Textteils werden durch geeignete Karten und Abbildungen visualisiert. Ein Tabellenanhang (der nicht Bestandteil dieser vorliegenden Ausgabe ist) beinhaltet Zeitreihen der wichtigsten Struktur- und Entwicklungsindikatoren. Diese belegen die dargestellten Trends und geben dem Leser die Möglichkeit, die Position bzw. Positionsveränderungen ausgewählter Regionen bestimmen zu können.

Der vorliegende Report vergleicht bei den wichtigsten Indikatoren die Entwicklung der letzten Jahre (1998 bis 2004 bzw. 2005) mit dem aktuellen Trend des letzten Jahres. Die graphische Darstellung des Regionalmonitoring der wichtigsten Entwicklungsindikatoren für die niedersächsischen Stadt- und Landkreise stellt alle (einzelnen) Jahre ab 1989 bis zum aktuellen Rand dar.

Im Rahmen des Regionalmonitoring ist vorgesehen, über die klassischen Beobachtungsfelder hinaus, in Form von Sonderthemen weitere aktuelle Aspekte der Regionalentwicklung vertiefend zu behandeln. Im diesjährigen Report sind in Absprache mit dem Auftraggeber die folgenden Sonderthemen bearbeitet worden:

  • Auswirkungen des zukünftigen Demographischen Wandels auf die Entwicklung des Arbeitskräfteangebots sowie
  • Wirtschaftliche Strukturen und Entwicklungspotenziale der regionalen Kooperationen in Niedersachsen.

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