Wohnungsmärkte regional prognostiziert. Bevölkerungs-, Haushalts- und Wohnungsprognose sowie Erwerbstätigenprojektion 2009 bis 2030

Studie im Auftrag der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank)

Böttcher Fabian und Hans-Ulrich Jung

Hannover, November 2010

Die Studie kann von der Internetseite der NBank (3.116 KB) heruntergeladen werden.

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Im Jahr 2010 hat das NIW im Auftrag der NBank die dritte Fortschreibung der regionalen Bevölkerungs- und Haushaltsprognose für die Stadt- und Landkreise sowie alle Einheits- bzw. Samtgemeinden in Niedersachsen vorgelegt. Neben der Vorausberechnung der zukünftigen Einwohner- und Haushaltszahlen wurden zusätzlich eine Wohnungsnachfrageprognose und eine Erwerbstätigenprojektion erarbeitet. Die Prognosen für den Zeitraum 2010 bis 2030 bilden ein wichtiges Element der Wohnungsmarktbeobachtung, die die NBank im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration durchführt.

Nach den Ergebnissen der NBank-Bevölkerungsprognose des NIW ist bis zum Jahr 2030 mit einem Rückgang der Einwohnerzahl in Niedersachsen um ca. 8,9 % zu rechnen. Dabei wird es weiterhin starke regionale Gegensätze geben. Die Bandbreite der Bevölkerungsentwicklung bis 2030 in den niedersächsischen Stadt- und Landkreisen reicht von einem Zuwachs in Höhe von 6,2 % im Landkreis Vechta bis zu einem Rückgang um 27 % im Landkreis Holzminden.

Trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen wird die Zahl der Haushalte in Niedersachsen aufgrund des anhaltenden Singularisierungstrends und des Rückgangs größerer Haushalte mit mehr als drei Personen zunächst weiter ansteigen und erst ab 2017 rückläufig sein.

Die zukünftige Wohnungsnachfrage ist nicht nur von der Zahl der Haushalte, sondern auch von Nachfragepräferenzen nach bestimmten Wohnformen abhängig. Die vorliegende Wohnungsnachfrageprognose erlaubt erstmals eine Differenzierung nach Eigentumswünschen (Eigentums- oder Mietwohnung) und Gebäudetypen (Ein- und Zweifamilienhaus oder Mehrfamilienhaus). Aufgrund der Veränderung der Haushaltszahlen und ihrer Struktur ist bis zum Jahr 2030 mit einem leichten Anstieg der Nachfrage nach Mietwohnungen und einem Rückgang des Nachfragepotenzials nach Ein- und Zweifamilienhäusern zu rechnen.

Die Erwerbstätigenzahlen dürften in den nächsten zehn Jahren weiter deutlich steigen und erst ab Anfang des kommenden Jahrzehnts aufgrund von Engpässen im Arbeitskräftepotenzial sowie sinkender Nachfrage infolge rückläufiger Einwohnerzahlen zurückgehen. Bis dahin dürfte der zunehmende Fachkräftebedarf durch Abbau der Arbeitslosigkeit, Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, Verschiebung des Renteneintritts, kürzere Schul- und Studienzeiten sowie auch Zuwanderungen gedeckt werden. Insgesamt wird für Niedersachsen eine im Vergleich zu Westdeutschland leicht überdurchschnittliche Erwerbstätigenentwicklung prognostiziert.

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