Regionalbericht 2010: Wirtschafts-und Bildungsstandort Region Hildesheim

Studie im Auftrag der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH

Hans-Ulrich Jung und Nina Titkemeier

Hildesheim, August 2010

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Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Berichterstattung zum Thema Bildung und Qualifizierung im Rahmen des Regionalberichts 2010 liegt auf der beruflichen Bildung bzw. Ausbildung des Fachkräftenachwuchses.

Die künftig schwächer besetzten nachrückenden Jahrgänge mit geringeren Zahlen von Schulabgängern werden sich auch auf die verschiedenen Segmente der beruflichen Bildung auswirken. Insbesondere die Entwicklungen im Dualen System und im Übergangssystem stehen dabei in einem engen Zusammenhang.

Im Dualen System bedeuten sinkende Zahlen von Ausbildungsstellennachfragern...

  • auf der einen Seite eine quantitative Entlastung für den in der Vergangenheit angespannten Ausbildungsmarkt.
  • auf der anderen Seite aber auch ein geringeres Nachwuchspotenzial für die verschiedenen beruflichen Ausbildungen.

Der Wettbewerb, insbesondere um die leistungsstarken Bewerber, wird sich verschärfen. Für das Übergangssystem ergibt sich daraus...

  • einerseits eine Tendenz zu geringeren Schülerzahlen, da mit einer für die Jugendlichen günstigeren Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt die Nachfrage nach Überbrückungsmöglichkeiten zurückgehen wird.
  • andererseits keine direkte Entlastung, da diejenigen Jugendlichen, die noch keine ausreichenden Qualifikationen für die Aufnahme einer Ausbildung aufweisen, trotz der günstigen Marktsituation ohne vorherige weitere Förderung keine Ausbildungsstelle bekommen. Die Erwartungen an die Bewerber können nicht unbegrenzt nach unten korrigiert werden, so dass die leistungsschwachen Jugendlichen trotz der Bewerberknappheit im Übergangssystem verbleiben werden.

Vor dem Hintergrund der zunehmend schwächer besetzten Jahrgänge im ausbildungsrelevanten Alter wird es künftig darauf ankommen, das quantitativ begrenzte Nachwuchspotenzial qualitativ möglichst weitreichend auszuschöpfen. Im Hinblick darauf ist es zum einen wichtig, schon im allgemeinbildenden Schulwesen großen Anteilen der Schüler mittlere und hohe Schulabschlüsse zu vermitteln. Hier ist der Landkreis Hildesheim bereits auf einem guten Weg. Zum anderen wird es im Übergangssystem künftig noch stärker darauf ankommen, die leistungsschwächeren Jugendlichen soweit nachzuqualifizieren, dass sie eine berufliche Ausbildung absolvieren können.

Weitere Potenziale für berufliche Ausbildungen stellen außerdem die vielen Schüler im Übergangssystem dar, die bereits einen Realschulabschluss erreicht haben. Hier kann in der Regel nicht davon ausgegangen werden, dass mangelnde Ausbildungsreife die Ursache für den Verbleib im Übergangssystem ist. Da die Ursachen sehr unterschiedlicher Art sein können, müssen diese zunächst näher aufgedeckt werden, um die Potenziale aktivieren zu können. Mögliche Ursachen wären u.a. eine generell geringe Attraktivität der beruflichen Ausbildungen gegenüber Alternativen oder unzureichende Informationen über mögliche realistische Alternativen zum Wunschberuf.

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