Bildungsmonitoring für die Region Hannover

Studie im Auftrag der Region Hannover

Hans-Ulrich Jung, Böttcher Fabian und Nina Titkemeier

Hannover, Dezember 2010

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Bildung und Qualifizierung gewinnen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des innovationsorientierten wirtschaftlichen Strukturwandels sowie des steigenden Standortwettbewerbs als strategisches Element einer umfassenden regionalen Entwicklungspolitik zunehmend an Bedeutung. Die Region Hannover möchte diesen Herausforderungen mit der zielgerichteten Erarbeitung und Umsetzung einer regionalen Bildungs- und Qualifizierungsstrategie entgegentreten. Dafür wird eine Informationsgrundlage benötigt, um die Stärken und Schwächen der regionalen Bildungslandschaft aufzudecken, die Position gegenüber anderen Regionen zu bestimmen und durch eine laufende Aktualisierung Trends und sich entwickelnde Problemfelder frühzeitig aufzudecken. Vor diesem Hintergrund hat das NIW für die Region Hannover ein Bildungsmonitoring erarbeitet. Dabei wurden entlang einer ?Wertschöpfungskette Bildung und Qualifizierung" alle Bereiche des Bildungswesens von der frühkindlichen Betreuung und Bildung über die Grundschulen und die weiterführenden Schulen bis hin zum Einstieg in die Berufsausbildung bzw. ein Hochschulstudium untersucht. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf den Übergängen.

In der ?Wertschöpfungskette Bildung und Qualifizierung" bestehen an mehreren Stellen Handlungs- oder Verbesserungsbedarfe, um das regionale Qualifikationspotenzial jeweils bestmöglich auszuschöpfen und den Fachkräftenachwuchs zu sichern, z.B. durch

  • eine intensivierte (Sprach-)Förderung bereits in der frühkindlichen Bildung, um zum Beginn der Schullaufbahn auch benachteiligte Kinder mit möglichst guten Startchancen auszustatten,
  • eine weitere Reduzierung der Zahl der Jugendlichen, die die allgemeinbildenden Schulen ohne Hauptschulabschluss verlassen,
  • eine frühzeitige und umfassende Berufsorientierung und Unterstützung am Übergang Schule - Beruf,
  • die Nachqualifizierung von noch nicht ?ausbildungsreifen" Jugendlichen ohne oder mit nur schwachem Schulabschluss, um letztlich allen Jugendlichen den Zugang zu einer Ausbildung als Voraussetzung für eine stabile Erwerbsbiographie zu ermöglichen.

Das Angebot an Absolventen der beruflichen Ausbildungen und insbesondere auch der Hochschulen stellt ein herausragendes Qualifikationspotenzial für den regionalen Arbeitsmarkt dar, das es zu nutzen gilt. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen müssen die Kooperationen in Lehre und Forschung mit den Hochschuleinrichtungen gezielt intensivieren, um ihre Position im Wettbewerb um knappe Fachkräfte zu stärken. Vereinfachte Zugangsmöglichkeiten zu den Hochschulen für beruflich Qualifizierte und das Angebot eines berufsbegleitenden Studiums ermöglichen gerade kleinen und mittleren Betrieben einen alternativen Zugang zu hochqualifizierten Kräften durch die akademische Weiterqualifizierung eigenen Personals.

Bei den Betrieben - also auf der Seite der künftigen Nachfrage nach Fachkräften - muss das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Ausbildung, aber auch der Bindung junger Nachwuchskräfte geschärft werden. Vor dem Hintergrund schwächer besetzter nachwachsender Jahrgänge wird der Wettbewerb um gut qualifizierte Schulabgänger und Nachwuchskräfte zunehmen - zum einen durch großstädtische Verdichtungsräume, zum anderen aber auch durch die Herkunftsregionen von Einpendlern und Zuziehenden, die künftig ihre Anstrengungen zur Bindung junger Menschen in ihrer Region verstärken werden.

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