Fachkräftemangel und demographischer Wandel bis 2020 in der Region Hannover

Gutachten des NIW, der Nord/LB Regionalwirtschaft und des Zentrums für Sozialforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (zsh) im Auftrag der Region Hannover

Brandt, Arno, Kerstin Brunken, Gehrke Birgit, Jan-Philipp Gehrke, Hans-Ulrich Jung, Thomas Ketzmerick, Ulrich Schasse, Ingo Wiekert und Bettina Wiener

Hannover, Halle, Februar 2010

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Die demographische Entwicklung führt in Deutschland in längerfristiger Sicht zu einer Verknappung des Arbeitskräfteangebots bei gleichzeitig deutlich steigende Alterung der Beschäftigten. Einerseits steht immer weniger Nachwuchs für immer mehr altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheidende Kräfte zur Verfügung, andererseits verlangt der fortschreitende Strukturwandel zur Dienstleistungs- und Wissenswirtschaft zunehmend hochqualifiziertes Personal. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, muss es einerseits gelingen, die schulische Vorbildung der nachwachsenden Jahrgänge zu verbessern, andererseits müssen die Unternehmen ihre Aus- und Weiterbildungsanstrengungen steigern und frühzeitig an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen.

Um hierfür gewappnet zu sein, hat die Region Hannover eine breit angelegte Studie zur Entwicklung der Fachkräftesituation in der Region Hannover im demographischen Wandel bis 2020 in Auftrag gegeben, die hierfür empirische Grundlagen und Lösungsansätze entwickeln soll. Die Studie besteht aus zwei Teilen, die das NIW zusammen mit der Nord/LB und dem Zentrum für Sozialforschung an der Martin-Luther-Universität Halle (zsh) erstellt.

Im ersten Schritt (Teil I der Studie, Juni 2008) wurde in maßgeblicher Verantwortung des NIW auf Grundlage von statistischen Auswertungen, Projektionen und Expertengesprächen eine nach Wirtschaftszweigen und Qualifikationen differenzierte empirische Analyse der aktuellen und zukünftigen Entwicklung von Arbeitsnachfrage und -angebot in der Region Hannover erarbeitet. Dabei wird deutlich, dass die derzeit nachwachsenden Jahrgänge schon heute zu schwach besetzt sind, um den bis Ende des kommenden Jahrzehnts und erst recht in den Folgejahren anstehenden Ersatzbedarf an (insbesondere hoch-)qualifizierten Kräften befriedigen zu können. Die tendenziell weitere Steigerung der Qualifikationsnachfrage ist dabei noch gar nicht eingerechnet. Zwar profitieren die hier ansässigen Unternehmen von der Position der Region als bedeutender Ausbildungs- und Wirtschaftsstandort innerhalb Niedersachsens. Im zunehmenden überregionalen Standortwettbewerb der Verdichtungsräume jedoch sind die Voraussetzungen der Region zur Sicherung ihres Fachkräftebedarfs durchaus kritisch zu beurteilen. Hiervon dürften kleine und mittlere Unternehmen in der Region, die bisher kaum vorausschauende Personalentwicklung betreiben, besonders betroffen sein.

Der zweite Teil lag in der Verantwortung der NordLB und unter Beteiligung des NIW und wurden Ende 2009 abgeschlossen und am 10.02.2010 im Rahmen einer Veranstaltung der Reihe ?Region im Dialog" der Öffentlichkeit präsentiert. Mithilfe einer Betriebsbefragung in den am stärksten betroffenen kleinen und mittelgroßen Betrieben aus den wissensintensiven Wirtschaftszweigen wurden die Probleme, Reaktionen und Handlungsspielräume der Arbeitgeber ermittelt. Darüber hinaus dienten Workshops der vertiefenden Diskussion umgrenzter Fragestellungen sowie zur Ableitung konkreter Strategiefelder und Handlungsempfehlungen für alle beteiligten Akteure in der Region.

Projektteam:

Dr. Birgit Gehrke, Alexander Cordes (NIW), Dr. Arno Brandt, Kerstin Brunken, Jan-Philipp Gehrke (NORD/LB Regionalwirtschaft), Thomas Ketzmerick, Ingo Wiekert, Bettina Wiener (Zentrum für Sozialforschung Halle e.V.)

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