Risiken atypischer Beschäftigungsformen für die berufliche Entwicklung und das Erwerbseinkommen im Lebensverlauf


Kurzbeschreibung

Vom Normalarbeitsverhältnis abweichende Beschäftigungsformen werden als sog. atypische Beschäftigung zusammengefasst. Grundsätzlich sollen diese Beschäftigungsformen zu einer höheren Flexibilität des Arbeitsmarktes (insbes. im Niedriglohnbereich) beitragen. Seit den 1990er Jahren weist der Anteil atypisch Beschäftigter in Deutschland einen ansteigenden Trend auf.

Das Forschungsprojekt soll Erkenntnisse liefern, welche Wirkungen von atypischer Beschäftigung auf die Qualifikations- und Kompetenzentwicklung, die berufliche Mobilität (Berufswechsel), die Lebenszufriedenheit sowie die Einkommensverläufe von Personen im Erwachsenenalter ausgehen. In den Blick genommen werden dabei befristet, geringfügig und Teilzeit-Beschäftigte, außerdem Beschäftigte über Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) sowie "Soloselbstständige". Es soll auch analysiert werden, wie sich die mit den einzelnen atypischen Beschäftigungsformen verbundenen Risiken nach Lebensalter unterscheiden und für welche Personengruppen nachteilige Effekte auftreten. Aufbauend auf einer deskriptiven Analyse der verschiedenen Formen atypischer Beschäftigung soll die Wirkung von atypischer Beschäftigung auf Basis von Längsschnittanalysen untersucht werden, um besondere Risiken des Erwerbseinstiegs und/oder wiederholter Erwerbsepisoden atypischer Beschäftigung zu identifizieren.

Insbesondere soll das Forschungsvorhaben die Frage beantworten, ob atypische Beschäftigung zu einer erfolgreicheren Integration in den Arbeitsmarkt ("Brückeneffekt") oder zu einem längerfristigen Verbleib in atypischer Beschäftigung ("Einsperreffekt") führt. Außerdem werden die Auswirkungen von atypischer Beschäftigung auf die Qualifikations- und Kompetenzentwicklung, die Wahrscheinlichkeit zu der Gruppe der Niedriglohnbezieher zu gehören, die Wahrscheinlichkeit unter der Armutsgefährdungsgrenze zu leben und auf die Lebenszufriedenheit untersucht.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Vorbereitung für die Erstellung des 5. Armuts- und Reichtumsberichts in Auftrag gegeben.


Auftraggeber

Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin


Laufzeit

Januar 2015 - Januar 2016


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