Follow-Up Untersuchung zur mittelfristigen Wirksamkeit des Hausbesuchsprogramms Pro Kind


Kurzbeschreibung

Das Hausbesuchsprogramm Pro Kind wurde von 2006 bis 2012 in drei deutschen Bundesländern (Bremen, Niedersachsen und Sachsen) implementiert (N = 755 "Risiko-Erstgebärende") und anhand einer Längsschnittstudie bis zum dritten Lebensjahr der Kinder mit randomisiert-kontrolliertem Design (RCT) evaluiert. Pro Kind basiert auf der Konzeption des in den USA erfolgreich etablierten und evidenzbasierten "Nurse Family Partnership" Programms zur frühen Förderung von erstgebärenden Müttern in finanziellen und sozialen Problemlagen. Internationale Studien zeigen, dass vergleichbare Hausbesuchsprogramme i. d. R. relativ kleine Kurzzeiteffekte aufweisen, aber zumeist mittel- und langfristig größere Effekte zu Tage treten. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es daher, mittels einer Follow-Up-Messung die mittelfristige Effektivität des Hausbesuchsprogramms Pro Kind bei Kindern im Alter von sechs bis sieben Jahren zu überprüfen. Erwartet werden positive Auswirkungen auf die familiäre Gesundheit, die Erziehungskompetenz sowie auf die Schulfähigkeit und die kognitive und sozio-emotionale Entwicklung der Kinder. Des Weiteren werden monetäre Einsparungen im Gesundheits- und Sozialsystem angenommen, die sich aus einer verbesserten Gesundheit und reduzierten staatlichen Transferzahlungen ergeben. Insgesamt ergibt sich die Möglichkeit der Beantwortung interdisziplinärer Fragestellungen an der Schnittstelle von Entwicklungspsychologie, Kriminologie und Gesundheitsökonomie.

Das NIW untersucht hierbei die gesundheitsökonomischen und volkswirtschaftlichen Potentiale des Hausbesuchsprogrammes. Hierdurch kann die Hypothese überprüft werden, ob das Hausbesuchsprogramm Pro Kind im Speziellen und Frühe Hilfen im Allgemeinen öffentliche Investitionen mit einer monetär messbaren positiven Rendite darstellen. Sofern sich diese Hypothese bestätigen ließe, sollten vergleichbare Programme eine gesteigerte Attraktivität für öffentliche Geldgeber aufweisen. Die mittlere Frist der gesundheitsökonomischen Betrachtung ist von großer Bedeutung, da viele Effekte, die sich monetär niederschlagen verzögert eintreten und erst nach einigen Jahren zu einer messbar positiven Rendite der Programme beitragen.

Das Projekt wird seit April 2016 am Institut für Arbeitsökonomik der Leibniz Universität Hannover fortgeführt.


Zuwendungsgeber

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)


Kooperationspartner

Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN) Hannover, Universitätsklinikum Leipzig, Universität Rostock


Laufzeit

August 2014 - August 2017


Ansprechpartner


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