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NIW erwartet eine vorübergehende Abschwächung des Wachstums der Niedersächsischen Wirtschaft

29.06.2012

Pressemitteilung Nr. 4/2012

Das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung in Hannover stellt in seinem aktuellen Konjunkturletter fest, dass die niedersächsische Wirtschaft bislang nicht nachhaltig von der Krise der südeuropäischen Länder erfasst wurde. Deren Anteil an den Exporten dieses Bundeslandes liegt bei lediglich 11 v.H., so dass sich der leichte Rückgang der Exporte in den ersten beiden Monaten dieses Jahres um gut  2 v.H. auch deswegen nicht nachteilig bemerkbar gemacht hat, weil es den hiesigen Unternehmen erneut gelungen ist, ihre Position auf den Märkten der aufstrebenden Volkswirtschaften weiter auszubauen. Allerdings dürfte sich die insgesamt stagnierende Entwicklung in Europa tendenziell bremsend auf die konjunkturelle Dynamik in Niedersachsen auswirken, schließlich gehen über 60 v.H. der Exporte in diesen Wirtschaftsraum. Der Autor des Konjunkturletters, Professor Sonning Bredemeier, sagt dazu: „Das für dieses Jahr erwartete Wirtschaftswachstum von deutlich über einem Prozent dürfte erneut vom Export aber auch von einem weiter steigenden privaten Verbrauch sowie den Bauinvestitionen getragen werden. Bestimmend dafür werden sowohl die zunehmende Beschäftigung als auch das steigende verfügbare Einkommen sein.“ Die niedersächsischen Unternehmen sehen  die zukünftige Wirtschaftsentwicklung immer noch positiv.

Die guten statistischen Werte der ersten Monate dieses Jahres für das Verarbeitende Gewerbe, den Bausektor, das Handwerk und den Einzelhandel stützen die optimistische Prognose. Damit lässt sich zwar die hohe Wachstumsrate des Vorjahres von 3,2 v.H. nicht erreichen, angesichts des weltweiten konjunkturellen Abschwungs ist die Leistung der deutschen und niedersächsischen Wirtschaft international dennoch weiterhin überdurchschnittlich. Wie das NIW in einer aktuellen Studie nachgewiesen hat, sind Volkswirtschaften mit einer hohen Innovation eher in der Lage wirtschaftliche Krisen erfolgreich zu meistern. Stabilisierend für die konjunkturelle Entwicklung wirkt sich zunehmend die Binnennachfrage aus, was sich in steigenden unternehmerischen Investitionen und einem Zuwachs des realen privaten Konsums ausdrückt. Davon profitiert die niedersächsische Wirtschaft aufgrund ihrer Struktur in überdurchschnittlichem Umfang.

Die seit über zwei Jahren anhaltende konjunkturelle Belebung hat sich nachhaltig positiv auf den niedersächsischen Arbeitsmarkt ausgewirkt. Die Arbeitslosigkeit ist tendenziell zurückge-gangen. Im Mai dieses Jahres erreichte sie mit 6,4 v.H. den niedrigsten Wert seit zwei Jahr-zehnten und liegt unter dem Bundeswert von 6,7 v.H. Für die verbesserte Lage am niedersächsischen Arbeitsmarkt spricht insbesondere die seit über zwei Jahren kontinuierliche Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. In den letzten zwölf Monaten hat sie um etwa 4 v.H. zugenommen. Gleichzeitig stieg die Zahl der offenen Stellen auf nahezu 50.000 an, was allerdings darauf hinweist, dass es einen zunehmenden Mangel an Fachkräften gibt. Dies wird sich unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu einem Problem für die Nachhaltigkeit des  wirtschaftlichen Fortschritts in Niedersachsen entwickeln.

Die aktuellen konjunkturellen Indikatoren lassen trotz des deutlichen Rückgangs der Auslandsbestellungen im April im späteren Jahresverlauf eine reale Erholung erwarten, wodurch nach Einschätzung des NIW in diesem Jahr in Niedersachsen ein Wirtschaftswachstum von über einem Prozent möglich ist und die Aussichten für eine weitere Wachstumsbeschleunigung im nächsten Jahr nicht unbegründet sind. Allerdings sind diese Prognosen von einem hohen Maß an Unsicherheit umgeben. Dabei sind die Entwicklung der Euro-Staatsschulden- und Bankenkrise und deren Auswirkungen auf die reale Wirtschaftsentwicklung sowie die in diesem Zusammenhang stehenden wirtschaftspolitischen Maßnahmen nicht seriös abzuschätzen. Hierbei haben die Akteure an den internationalen Finanzmärkten einen bedeutenden Einfluss, zumal ihre Reaktionen nicht von ökonomisch angemessenen Aktivitäten bestimmt werden. Die Irrationalität ihres Handelns kann jede Prognose sehr schnell und unter Umständen auch nachhaltig infrage stellen.  In jedem Fall belastet dieses das Verhalten und die Entscheidungen von Unternehmen und privaten Haushalten.

Weiterführende Informationen und ausführliche Ergebnisse

Konjunkturletter Juni 2012

Die Pressemitteilung als pdf

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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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