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Deutscher Außenhandel mit forschungsintensiven Waren: Günstige Position im Verlauf der Krise bestätigt
14.03.2012
Pressemitteilung Nr. 3/2012
Forschungs- und wissensintensive Wirtschaftszweige in Deutschland leisten mit ihrer hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit einen wichtigen Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung, wie eine Untersuchung des NIW zur deutschen Position im Handel mit forschungsintensiven Waren zeigt. Allerdings ist fraglich, ob zukünftig genügend qualifizierte Fachkräfte für die Entwicklung und Umsetzung von Innovationen in Deutschland verfügbar ist.
Forschungsintensiv produzierte Güter und wissensintensive Dienstleistungen sind die wesentlichen Faktoren hoch entwickelter Volkswirtschaften im internationalen Standortwettbewerb. Das NIW hat die deutsche Position im Handel mit forschungsintensiven Waren unter diesem Gesichtspunkt bestimmt sowie die Wirkungen der fortschreitenden „Wissensintensivierung" auf Beschäftigung und Qualifikationserfordernisse untersucht. Die Analysen gehen sowohl auf längerfristige, strukturelle Trends als auch auf die kurzfristige Entwicklung im Verlauf der Finanz- und Wirtschaftskrise ein.
Unternehmen aus hochentwickelten Volkswirtschaften können auf Auslandsmärkten vor allem bei solchen Gütern Wettbewerbsvorteile erzielen, die ein hohes Maß an FuE-Einsatz und technologischem Know-How erfordern. Der Handel mit forschungsintensiven Waren ist schon seit Längerem aber nicht mehr allein den traditionellen Industrieländern vorbehalten: Seit Anfang des neuen Jahrtausends haben jüngere industrialisierte Volkswirtschaften und wachsende Schwellenländer, insbesondere China, beachtliche Anteile hinzugewonnen.
Deutschland konnte, anders als z.B. Japan und die USA, seine starke Position im Außenhandel mit forschungsintensiven Waren ungeachtet der Turbulenzen im letzten Jahrzehnt behaupten. Dies ist u.a. darauf zurück zu führen, dass die deutschen Exportschlager (insbesondere Kraftfahrzeuge und Maschinenbauerzeugnisse) bisher weniger stark auf konkurrierende Produkte aus aufholenden Volkswirtschaften treffen, dafür aber besonders von der wachsenden Importnachfrage dieser Länder profitieren.
Die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hightech-Produkte hat wesentlich dazu beigetragen, dass forschungs- und wissensintensive Industrien in Deutschland im EU-Vergleich einen besonders hohen Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung leisten. Die Bedeutung unternehmensnaher wissensintensiver Dienstleistungen ist hingegen eher unterdurchschnittlich. Weltweit ist der Strukturwandel zur Wissenswirtschaft mit einem steigenden Humankapitaleinsatz verbunden. Auch in Deutschland hat die Beschäftigung von Akademikern absolut und relativ zugenommen. Sie liegt im europäischen Vergleich auch unter Einbeziehung vertiefter berufspraktischer Qualifikationen (z.B. Meister, Techniker) aber nur im Mittelfeld. Zudem fällt hier in den nächsten 10 Jahren der größte Ersatzbedarf bei Personen mit technisch-wissenschaftlichen Kompetenzen an. Ob angesichts schrumpfender nachwachsender Jahrgänge zukünftig genügend zusätzliches Personal für die Entwicklung und Umsetzung von Innovationen in Deutschland verfügbar ist, scheint unter den aktuellen Rahmenbedingungen eher fraglich.
Weiterführende Informationen und ausführliche Ergebnisse
Alexander Cordes und Birgit Gehrke unter Mitarbeit von Mark Leidmann:
"Strukturwandel
und Qualifikationsnachfrage. Aktuelle Entwicklungen forschungs- und
wissensintensiver Wirtschaftszweige in Deutschland und im
internationalen Vergleich."
Studie zum deutschen Innovationssystem Nr. 10-2012
Zum Download der vollständigen Studie: Strukturwandel und Qualifikationsnachfrage
Birgit Gehrke und Olaf Krawczyk unter Mitarbeit von Mark Leidmann, Claudia Nowak und Anna Katharina Pikos:
"Außenhandel mit forschungsintensiven Waren im internationalen Vergleich"
Studie zum deutschen Innovationssystem Nr. 11-2012
Zum Download der vollständigen Studie: Außenhandel mit forschungsintensiven Industrien im internationalen Vergleich
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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