niw info spezial 1/2013: Studiengebühren - Kein Effekt auf das Ausgabeverhalten der Studierenden

23.10.2013

Während Studiengebühren in vielen Ländern ein Mittel zur (Mit-)Finanzierung der Hochschulbildung sind, waren sie in Deutschland nicht zuletzt nach ihrer (Wieder-)Einführung heftig umstritten. Insbesondere die Fragen der sozialen Gerechtigkeit oder der Verteilungsgerechtigkeit, aber auch Überlegungen zur Qualität und Bedeutung der Hochschulbildung wurden von Befürwortern und Gegnern kontrovers diskutiert. Am 3. Juli dieses Jahres hat die niedersächsische Landesregierung beschlossen, die Studiengebühren zum Wintersemester 2014/2015 abzuschaffen, der entsprechende Gesetzentwurf wird im Herbst 2013 dem Landtag vorgelegt. Damit beendet Niedersachsen als letztes Bundesland nach weniger als einer Dekade die Erhebung von Studiengebühren für das Erststudium in Deutschland. Die bisher verfügbare empirische Evidenz zu den Auswirkungen von Studiengebühren ergibt kein eindeutiges Bild. Die Mehrzahl der Studien konnte keine negativen Auswirkungen feststellen. Unabhängig davon könnten Studiengebühren dennoch besondere Belastungen für die Studierenden bedeuten. Anlass zu dieser Annahme geben vereinzelte Hinweise auf einen Rückgang der Studierneigung. Unsere Untersuchung auf Grundlage repräsentativer Daten für Deutschland zeigt, dass Studiengebühren jedoch keine nachweisbaren Auswirkungen auf die Gesamtausgaben oder das Sparverhalten der Studierenden haben. Finanzielle Begründungen für die Abschaffung der Studiengebühren in Deutschland erscheinen daher nicht zutreffend.

Die wesentlichen Ergebnisse präsentieren wir in kompakter Form im niw info spezial 1/2013.

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