Neues Diskussionspapier zu den Auswirkungen des Modellprojektes Pro Kind auf Fertilität und Erwerbstätigkeit

25.11.2015

In dem Diskussionspapier "Effects of Early Childhood Intervention on Fertility and Maternal Employment: Evidence from a Randomized Controlled Trial" untersucht Malte Sandner die Auswirkungen des Hausbesuchsprogramms Pro Kind auf die Fertilität und die Erwerbstätigkeit von benachteiligten erstgebärenden Müttern, die ALG II beziehen. Die Intervention hat zum einen das Ziel, die Erziehungskompetenzen der Mütter zu stärken, um die Entwicklung ihrer Kinder zu fördern. Zum anderen soll die Selbstwirksamkeit der Mütter unterstützt werden, damit ein Ausbildungsabschluss und die Arbeitsmarktintegration erreicht werden.

Malte Sandner zeigt unter Verwendung administrativer Daten und per Telefoninterview erhobener Daten, dass die Pro Kind-Intervention in den ersten Jahren nach der Geburt bei den teilnehmenden Müttern die Zahl der weiteren Geburten erhöht und dadurch die Erwerbstätigkeit reduziert. Diese Effekte könnten dadurch erklärt werden, dass die Intervention die Erziehungskompetenzen der Mütter stärkt und sie sich deshalb zufriedener in ihrer Mutterrolle fühlen und einem weiteren Kind aufgeschlossener gegenüberstehen.

Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu Resultaten vergleichbarer Projekte in den USA, wo es zu einem Rückgang der weiteren Geburten und einem Anstieg der mütterlichen Erwerbsbeteiligung kam. Die gegensätzlichen Effekte könnten dadurch erklärt werden, dass die Stärkung der mütterlichen Selbstwirksamkeit in den USA größere Auswirkungen auf die Erwerbsbeteiligung hat als in Deutschland, wo die Anreize für arbeitslose Mütter eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen geringer sind. Somit würde in Deutschland der Effekt auf die Erziehungskompetenzen dominieren.

Sandner, Malte (2015): Effects of Early Childhood Intervention on Fertility and Maternal Employment: Evidence from a Randomized Controlled Trial, SOEPpapers 799

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