Neue Veröffentlichung: Nicht ausgeschöpfte Potenziale in der Kita-Platzvergabe

11.06.2014

Mit der Gesamtevaluation ehe- und familienbezogener Leistungen wurde die deutsche Familienpolitik erstmalig systematisch und umfassend evaluiert. In der aktuellen Ausgabe der Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung (Band 83, Nr. 1) werden unter dem Titel "Familienpolitische Maßnahmen in Deutschland – Evaluationen und Bewertungen" die zentralen Ergebnisse dieser Evaluation in sechs Forschungsaufsätzen vorgestellt. Ergänzt wird das Heft um vier weitere Studien, die durch einen Impuls der Gesamtevaluation entstanden sind, ihr aber nicht direkt zuzuordnen sind. Auch diese Studien bringen wichtige Erkenntnisse für eine Gestaltung von Familienpolitik.

Einer dieser Beträge wurde von Sissa Carlsson und Stephan Thomsen vom NIW Hannover verfasst. In ihrer Arbeit mit dem Titel "Nicht ausgeschöpfte Potenziale in der Kita-Platzvergabe" gehen sie auf die öffentliche Bereitstellung von Kindertagesbetreuung als der Leistung mit besonders günstigen Wirkungen auf die familienpolitischen Ziele ein. Die Autoren weisen darauf hin, dass es nach der Einführung des Rechtsanspruchs auf eine Betreuung im Jahr 2013 nicht nur darauf ankommt, eine ausreichende Zahl von Betreuungsplätzen bereitzustellen. Vielmehr müssen die vorhandenen Plätze zur Sicherung der Versorgungsqualität auch effizient besetzt werden. Dies wird durch die überwiegend dezentral organisierte Platzvergabe in den Kommunen jedoch erheblich behindert.

Die Studie diskutiert als Alternative eine zentrale Koordinierungsstelle, die sämtliche relevanten Informationen über Anbieter und Nachfrager sammelt und die vorhandenen Kapazitäten unter Berücksichtigung quantitativer wie qualitativer Kriterien verteilt. In einem Simulationsmodell werden die Vergabeergebnisse eines solchen Modells mit denen im Status quo verglichen. Die Simulationsergebnisse unterstützen die Hypothese, dass der Übergang zu einem zentralisierten Vergabeverfahren mit Effizienzgewinnen verbunden sein könnte.

Die Studie ist zu finden unter http://ejournals.duncker-humblot.de/doi/pdf/10.3790/vjh.83.1.183.

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