Neue Veröffentlichung: Geschlechtsspezifisches elterliches Verhalten beginnt schon im Kleinkindalter

04.11.2014

Verschiedene Studien zeigen, dass Jungen im Bildungssystem schlechter abschneiden als Mädchen. Um die Ursachen und die zeitliche Entwicklung dieses Phänomens zu untersuchen, haben Thomas Mößle, Christian Pfeiffer und Dirk Baier vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KfN) den Sammelband "Die Krise der Jungen" herausgegeben, erschienen im Nomos Verlag. Hierzu haben Malte Sandner (NIW Hannover) und Matthias Schock (Leibniz Universität Hannover) einen Beitrag mit dem Titel "Geschlechtsspezifisches elterliches Verhalten gegenüber Kleinkindern – eine empirische Untersuchung" verfasst, indem sie zeigen, dass Eltern förderliche Aktivitäten, wie z. B. Vorlesen, bereits im Kleinkindalter häufiger mit Mädchen als mit Jungen unternehmen.

Bisherige Studien, die das geschlechtsspezifische elterliche Verhalten im Kleinkindalter untersucht haben, hatten die Einschränkung, dass sie entweder auf nicht repräsentativen Stichproben basierten oder für das Ausland erarbeitet worden sind; die direkte Übertragbarkeit oder Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse war hierdurch beschränkt. Die Untersuchung von Sandner und Schock wurde mit Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) durchgeführt, einer repräsentativen Stichprobe für Deutschland. Ihre Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Grundlagen für die "Krise der Jungen" im Bildungssystem nicht erst in den institutionellen Einrichtungen Kindergarten oder Schule beginnen, sondern erste Ansätze bereits in den Familien gelegt werden.

Sandner, Malte und Matthias Schock (2014): "Geschlechtsspezifisches elterliches Verhalten gegenüber Kleinkindern - eine empirische Untersuchung", in: Mößle, Thomas, Christian Pfeiffer und Dirk Baier (Hrsg.): Die Krise der Jungen - Phänomenbeschreibung und Erklärungsansätze, Nomos, Baden-Baden, S. 99-112.

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