Neue Veröffentlichung: Die Wirkungen der Verkürzung der Sekundarschulzeit

02.07.2015

In einem kompakten und gut lesbaren Format präsentieren die Beiträge in der Reihe IZA World of Labor umfassende wirkungsbasierte Forschungsergebnisse in zeitgemäßer Weise für eine große Gruppe von interessierten Adressaten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Gesellschaft und Medien. Unter dem Titel “The impacts of shortening secondary school duration” gibt der gerade erschienene Aufsatz von Prof. Dr. Stephan Thomsen einen Überblick zu den Wirkungen der Verkürzung der Sekundarschulzeit. Grundlage sind insbesondere die verfügbaren wissenschaftlichen Analysen und Studien zur den großen Reformen des Gymnasiums in Deutschland (von G9 auf G8) und der Highschool in Kanada.

Für eine Verkürzung auf zwölf Jahre spricht dabei beispielsweise, dass die Verkürzung die Nachhaltigkeit der Steuer- und Sozialversicherungssysteme durch eine Verlängerung des Erwerbslebens erhöhen kann. Auch werden keine Wirkungen auf die generelle Aufnahme eines Studiums oder auch die Studienabbrecherquoten festgestellt. Im Gegensatz zu diesen positiven Ergebnissen hat die Verkürzung aber u. a. zu einer Verringerung der mathematischen Kenntnisse und Fähigkeiten geführt. Darüber hinaus verzögern junge Frauen die Studienaufnahme und studieren seltener ein MINT-Fach. Diese negativen Effekte wären aber durch eine verbesserte Organisation und Abstimmung der Lehr- und Lernbedingungen zu mildern oder zu beseitigen. Insgesamt machen die Ergebnisse deutlich, dass die Vorbereitung auf ein Studium in zwölf Schuljahren – wie in den meisten übrigen Ländern der Welt –  möglich ist.

Thomsen, Stephan (2015), The Impacts of Shortening Secondary School Duration, IZA World of Labor, 166.

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