Neue Veröffentlichung: China ist im Dienstleistungssektor für ausländische Investoren noch nicht attraktiv

10.02.2015

Neue Veröffentlichung: China ist im Dienstleistungssektor für ausländische Investoren noch nicht attraktiv
Das Papier nutzt Informationen über Standortentscheidungen multinationaler Unternehmen der letzten zehn Jahre, um die aktuelle sektorale und funktionale Spezialisierung zwischen Hongkong und seinem Hinterland, dem chinesischen Perflussdelta, zu beschreiben. Auf Basis der Ergebnisse wird bewertet, ob bei Dienstleistungsfunktionen Belege für eine zunehmende Konkurrenz zwischen den beiden Regionen um ausländische Direktinvestitionen zu erkennen sind.

Bisher wurde die Arbeitsteilung in der Region mit dem Schlagwort "front shop-back factory" beschrieben, d.h. Dienstleistungsfunktionen und wissensbasierte Sektoren haben sich in Hongkong angesiedelt, während das Perlflussdelta vor allem Standort für standardisierte Funktionen und einfache Produktionsschritte war. Trotz technologischer Aufwertungsprozesse im verarbeitenden Gewerbe ist die traditionelle räumliche Arbeitsteilung zwischen Hongkong und seinem Hinterland jedoch weitgehend intakt geblieben. Die Standortentscheidungen multinationaler Unternehmen zeigen im Ergebnis, dass die komplementäre Aufteilung von Sektoren und Funktionen zwischen Hongkong und dem Perlflussdelta nach wie vor Bestand hat. Lediglich die beiden urbanen Zentren des Perlflussdeltas, Guangzhou und Shenzhen, entwickeln ihre Position bei einfachen Dienstleistungen weiter und treten teilweise in Konkurrenz zu Hongkong. Shenzhen positioniert darüber hinaus zunehmend als Standort für FuE-Dienstleistungen.

Um stärker vom Wettbewerb um Dienstleistungsfunktionen zu profitieren, sollte sich die chinesische Wirtschaft stärker gegenüber ausländischen Investitionen in diesem Sektor öffnen. Dadurch könnten nicht nur neue hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden, sondern durch wissensbasierte Dienstleistungen auch wichtige Beiträge zu Aufwertungsprozessen im verarbeitenden Gewerbe geleistet werden. Hongkong selbst muss eine Konkurrenz Chinas im Dienstleistungsbereich vor allem dann fürchten, wenn es der Stadt nicht gelingt, sich selbst noch stärker als Standort für wissensintensive und technologieintensive Tätigkeiten zu positionieren.

Schiller, Daniel, Martijn J. Burger und Bas Karreman (2015): The functional and sectoral division of labour between Hong Kong and the Pearl River Delta: from complementarities in production to competition in producer services? Environment and Planning A, 47(1): 188-208.

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