Ergebnispräsentation des IAB Betriebspanels 2014 für Niedersachsen

09.10.2015

Am 07. Oktober 2015 stellten Frau Jessica Japtok und Herr Prof. Dr. Wolfgang Meyer im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (MW) die Ergebnisse des IAB-Betriebspanels für das Jahr 2014 einem Fachkreis vor. Die Auswertung des Betriebspanels stellt die aktuelle Entwicklung der niedersächsischen Betriebe und Wirtschaft dar. Für das Jahr 2014 lassen sich folgende zentrale Ergebnisse festhalten:

  • Insgesamt hat sich die Beschäftigtenstruktur in Niedersachsen verbessert; Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Jahr 2014 um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
  • Der Großteil der Arbeitsplätze in niedersächsischen Betrieben befinden sich in den Branchen Dienstleistungen (46 Prozent) und im Verarbeitenden Gewerbe (19 Prozent) sowie in der mittleren Betriebsgrößenklasse
  • Für die zukünftige Entwicklung sind die meisten niedersächsischen Betriebe optimistisch und gehen von einer konstanten oder steigenden Zahl an Erwerbstätigen aus
  • Die Personalstruktur entwickelt sich langfristig zu Gunsten der Beschäftigten mit qualifizierten Tätigkeiten (qualifizierte Tätigkeit nach einer Lehre (60 Prozent) bzw. einer Hochschulausbildung (12 Prozent))
  • Beschäftigungsstruktur der Frauen ist weiterhin ungünstiger als die für die Männer (Frauen verrichten häufig einfache Tätigkeiten und das stärker als Männer in Teilzeit und mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen)
  • Im Jahr 2014 war der höchste Personalumschlag seit 2000 zu beobachten
  • Sowohl die Anzahl der offenen Stellen als auch die Zahl der nicht besetzten Stellen ist in 2014 gestiegen
  • Anteil unbesetzter Fachkräftestellen hat seit der Finanz- und Wirtschaftskrise kontinuierlich zugenommen, vor allem im Baugewerbe (jede dritte Stelle kann nicht besetzt werden)
  • Derzeit ist die Fachkräfteproblematik ein einzelbetriebliches Problem
  • Knapp ein Drittel der niedersächsischen Betriebe befürchten Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Fachkräften (vor allem im verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe)
  • In den nächsten 2 Jahren erwartet jeder dritte Betrieb eine Besetzung einer Fachkraftposition und ca. 83 Prozent rechnen mit Besetzungsproblemen
  • Mit einer relativ kontanten Beteiligung bilden ca. ein Drittel der niedersächsischen Betriebe beruflich aus (vor allem im Baugewerbe und bei Handwerkskammer-Betriebe)
  • Ca. jeder 4. Ausbildungsplatz blieb im Jahr 2014 unbesetzt und in jedem sechsten Betrieb in traten Auszubildende die Stelle nicht an, kündigten kurz nach Antritt oder der Betrieb löste den Ausbildungsvertrag noch in der Probezeit
  • Mehr als die Hälfte der Betriebe nutzen interne und externe Fort- und Weiterbildung für die Entwicklung der beruflichen Kompetenzen (vor allem in Dienstleistungsbetrieben und der mittleren Betriebsgrößenklasse)
  • 2014 betrug die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 39,1 Stunden
  • Führungspositionen können vielfach nicht in Teilzeit ausgeübt werden
  • Im Jahr 2013 erreichten die niedersächsischen Betriebe im Schnitt 2,8 Millionen Umsatz und rechnen für 2014 noch mit einer Steigerung
  • Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Anzahl an investierenden Betrieben bei steigendem Investitionsvolumen (vielfach Investitionen in EDV und IuK-Systeme)
  • 11 Prozent der niedersächsischen Betriebe beschäftigen Personen mit einem Stundenlohn geringer als der gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde

Die Langfassung der Auswertung des IAB-Betriebspanels für Niedersachsen finden Sie hier. Die Präsentation der Ergebnisse sind hier zu finden.

 

 

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