Umwelt und Wirtschaft - Dritter Bericht zur Umweltwirtschaft in Niedersachsen

Forschungsberichte des NIW, 30

Gehrke Birgit, Olaf Krawczyk, Harald Legler und Ulrich Schmoch

Hannover, Januar 2002

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In den 70er Jahren wurde Umweltschutz vorwiegend als Kostenfaktor betrachtet. Spätestens seit Mitte der 80er Jahre hat sich jedoch sowohl in Deutschland als auch im internationalen Raum die Auffassung durchgesetzt, dass vom Umweltschutzmarkt auch Wachstums-, Beschäftigungs- und Innovationsimpulse ausgehen; denn Umwelttechnik ist meist ausgesprochen forschungsintensiv. Dies gilt umso mehr, als additive, nachgelagerte Umweltschutzmaßnahmen zunehmend durch integrierte, vorsorgende Lösungen ersetzt werden, die Emissionen vermeiden bzw. minimieren. Bei den absehbaren ökologischen Erfordernissen, den gegebenen Wachstumsaussichten und den erkennbaren technologischen Entwicklungen hat die Umwelttechnik als interdisziplinäre Querschnittsaufgabe den Rang eines Schlüsselsektors inne. An dieser Stelle setzen die Überlegungen des NIW zur Umweltwirtschaft in Niedersachsen an, das sich bereits seit Mitte der 80er Jahre mit dem Themenkomplex Umwelt und Wirtschaft beschäftigt.

Im Mittelpunkt der Analysen standen und stehen dabei jeweils langfristig orientierte Fragen zur Innovations- und Strukturwandelfähigkeit der Unternehmen, die Güter und Dienstleistungen zur Vermeidung, Verminderung oder Beseitigung von Umweltbelastungen anbieten. Zur überregionalen Positionierung Niedersachsens wird auf Sekundärstatistiken und themenspezifische Datenbanken zurückgegriffen. Vertiefende Untersuchungen zur Angebotsstruktur, zu konkreten betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen, zu Verhaltensmustern, Engpässen und Einschätzungen der Unternehmen werden mit Hilfe von eigenen Befragungen ermittelt.

Der im Forschungsbericht Nr. 30 des NIW vorgelegte Dritte Bericht zur Umweltwirtschaft in Niedersachsen analysiert neben der Entwicklung des Angebotsspektrums auch nachfrageseitige Bestimmungsfaktoren. Die Studie belegt, dass das ökonomische Wirkungspotenzial von Umweltschutzmaßnahmen in Niedersachsen durchaus beachtlich ist. Entwicklungspotenziale der Umweltwirtschaft zeigen sich beispielsweise in der Zahl der - vorwiegend klein- und mittelbetrieblich strukturierten - Anbieter, in der hohen Innovationsneigung vor allem junger Betriebe, in der hohen Dienstleistungsintensität sowie im wissenschaftlichen und technologischen Umfeld in Niedersachsen. Dennoch sind die Möglichkeiten bisher noch nicht ausgeschöpft worden, dies gilt insbesondere im Hinblick auf den Internationalisierungsgrad. Hier bestehen noch erhebliche Defizite, speziell im Dienstleistungsbereich. Wesentliche Innovationshemmnisse gehen von Defiziten in der Gesetzgebung (fehlende Anreizwirkung) sowie vom Vollzug der gesetzlichen Regelungen aus und sind nur indirekt von Niedersachsen aus beeinflussbar. Dennoch liefern die Analysen auch Ansatzpunkte für landeseigene Förderstrategien, die vor allem darauf abzielen müssen, Märkte für integrierte Umweltschutzlösungen zu stimulieren, Hemmnisse zu beseitigen und die vorhandenen Potenziale zu bündeln.

Die Untersuchung liefert wesentliche empirische Grundlagen für Bewertung der niedersächsischen Umweltwirtschaft und ihrer Entwicklungspotenziale im Kontext zukünftiger umweltwirtschaftspolitischer Anforderungen, die im Mittelpunkt weiterführender Analysen des NIW stehen sollen.

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