Positionsbestimmung Niedersachsen - Ausgewählte Befunde und Schlussfolgerungen für die Wirtschaftspolitik

Forschungsberichte des NIW, 32

Ertel, Rainer, Gehrke Birgit, Ulrike Hardt, Lothar Hübl, Hans-Ulrich Jung, Olaf Krawczyk, Harald Legler und Ulrich Schasse

Hannover, Februar 2004

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Niedersachsens Wirtschaft hat sich seit Jahren nicht dem Trend der in ganz Deutschland zu beobachtenden schwachen Dynamik bei Produktion, Wachstum und Beschäftigung entziehen können. Zwar gab es eine relativ gute Entwicklung der Industrie, aber Wachstumsdefizite im Dienstleistungsbereich - insbesondere bei wissensintensiven Dienstleistungen. Eine Orientierung an der bundesdeutschen Entwicklung ist allerdings kein aussagekräftiger Maßstab, weil die internationale Wettbewerbsfähigkeit die geeignetere Messlatte ist.

Die niedersächsische Wirtschaft weist hier ein Internationalisierungsdefizit auf und hat in den 90er Jahren auf den Weltmärkten an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt: Die Güterstruktur des Exportangebotes und die Ausrichtung auf die internationalen Märkte tragen hierzu ebenso bei wie das relativ geringe Auslandsengagement kleiner und mittlerer Industriebetriebe.

Dies sind ausgewählte Befunde zur Positionsbestimmung Niedersachsens, die das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) in seinem jüngsten Forschungsbericht vorlegt. Das Institut weist dabei auf die zentrale Bedeutung einer Innovations- und Modernisierungsoffensive als Ziel auch der niedersächsischen Wirtschaftspolitik hin.

Zwar hat Niedersachsens Wirtschaft in der Industrieforschung seit Anfang der 90er Jahre aufgeholt; dies ist jedoch vorwiegend auf den Automobilbau zurückzuführen. Als Schlüssel für die weitere Entwicklung des Landes ist jedoch eine breitere Verankerung des FuE- und Innovationsgeschehens in der Wirtschaft erforderlich.

Das wichtigste Fundament für den Strukturwandel in der "Wissensgesellschaft" liegt im Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte. Niedersachsens Stärke ist dabei der überdurchschnittliche Anteil an Arbeitskräften mit abgeschlossener Berufsausbildung. Erheblicher Nachholbedarf besteht dagegen beim Einsatz Hochqualifizierter (mit Fachhochschul- und Universitätsabschluss), denn akademische Ausbildung wird immer wichtiger.

Der Forschungsbericht (32) des NIW nimmt zu diesen und weiteren Fragen (wie Regionalpolitik für den öffentlichen Raum und öffentlichen Finanzen) Stellung, dokumentiert dies mit einer Fülle von Daten und Fakten und gibt Anregungen für die wirtschaftspolitische Diskussion.

 

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