NIW-Workshop 2001: Entwicklungsprobleme und -perspektiven der ehemaligen innerdeutschen Grenzregion - Analysen, Handlungsnotwendigkeiten und wirtschaftspolitische Konsequenzen

NIW-Workshop

Rainer Ertel und Jung Hans-Ulrich (Hrsg.)

Hannover, Mai 2002

Die Druckfassung kann zum Preis von 20,- Euro bestellt werden.

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Auch eine gute Dekade nach der deutschen Einigung ist die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung in den alten und den neuen Bundesländern offensichtlich, und sie ist Gegenstand sowohl volkswirtschaftlicher Analysen als auch Mittelpunkt wirtschaftspolitischer Kontroversen.

In den Kreisen und Städten zu beiden Seiten der ehemaligen Grenze, die heute erfreulicher Weise nur noch Bundesländer trennt, scheint es allerdings auch gegenläufige Entwicklungen zu geben. So hört man aus den alten Bundesländern die Klage, dass nach Fortfall der ehemaligen Randsituation neue ökonomische Nachteile durch den Sogeffekt des Fördergefälles entstehen und dass die Belastung des Arbeitsmarktes durch Zuzüge und Einpendler wächst. Auf der anderen Seite wird von den aus Sicht der westdeutschen Nachbarschaft ?bevorzugten? Regionen in Ostdeutschland auf Entwicklungsrückstände gegenüber pros-perierenden Teilgebieten in den neuen Bundesländern verwiesen, die ihrerseits wiederum von gleichen Förderpräferenzen profitieren, obwohl sie dank ihrer Ausstattungsvorteile (Technologie, Infrastruktur) eine Eigendynamik entwickelt haben.

Vor diesem Hintergrund war es Zielsetzung des Workshops, zunächst empirische Befunde zur tatsächlichen Entwicklung und ihrer Unterschiede vorzulegen sowie wirtschaftspolitische Implikationen zu diskutieren. Gleichzeitig bot es sich vor diesem Hintergrund an, die Philosophie der Regionalpolitik im Allgemeinen zu thematisieren: Sie sucht zwischen den Polen ?Ausgleichsorientierung? und selektive ?Wachstumsförderung? mit erhofften Nach-zieheffekten ihren Standort. Gerade vor der Perspektive einer Erweiterung der EU nach Osten sowie finanziell und sachlich eingeengter nationaler Handlungsspielräume dürften Regionen mit Entwicklungsnachteilen sowohl an (überregionaler) Wahrnehmung und zugleich an Fördermöglichkeiten einbüßen. Hierauf sollte man sich bereits jetzt einstellen. Für die Bereitschaft, die wir bei den Autoren gefunden haben, uns für Referat und Diskussion zur Verfügung zu stehen, möchten wir ebenso danken wie für die Zustimmung, die Beiträge durch Publikation an dieser Stelle anderen Interessierten zugänglich zu machen.

Der Workshop wurde aus Termingründen am 14. März 2002 durchgeführt, zählt aber zum Arbeitsprogramm 2001 des NIW. Die wissenschaftliche Vorbereitung übernahm Hans-Ulrich Jung. Die Redaktion des Bandes lag in den Händen von Rainer Ertel, und Irmhild Schwentke erstellte in bewährter Weise die Druckfassung.

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